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Spirulina - Wirkung Anwendung und Studien

Mit Spirulina fit im 21.Jahrhundert

Wenn von Superfoods die Rede ist, darf eine Substanz nicht fehlen:

Die Uralge Spirulina belegt in der Aufzählung der wertvollsten Nahrungsbestandteile und Nahrungsergänzungen einen der ersten Plätze.

Selbst kritische Ernährungswissenschaftler geraten angesichts der vitalen Vielfalt von Spirulina ins Schwärmen. Der blaugrüne Auswuchs von Salzseen ist dabei streng genommen keine Alge, sondern ein Bakterium der Gattung Cyanobakterien. Seit geschätzten 3,5 Milliarden Jahren bereichert die trivial als Blaualge bezeichnete Amöbe den Speiseplan mancher Tiere und später den des Menschen. Spirulina könnte sogar an der Bildung der Ur-Ozeane beteiligt gewesen sein und hat dabei vermutlich die Erdatmosphäre mit Sauerstoff angereichert. Auch wir Menschen des 21. Jahrhunderts teilen die Begeisterung vieler afrikanischer und südamerikanischer Hochkulturen für diesen pittoresken Mikroorganismus. Ganz zurecht, wie moderne wissenschaftliche Studien untermauern. Was ist dran an der blaugrünen Alge?

Spirulina und Wasser - das Überleben ist gesichert

Die Azteken und andere südamerikanische Völker schätzten die Mikrobe bereits als wertvolle Bereicherung ihres Speiseplans. Sie wussten außerdem instinktiv, dass die wertvolle Blaualge zusammen mit Wasser sogar allein das Überleben für einen gewissen Zeitraum sichern konnte, ohne dass es zu erkennbaren Mangelerscheinungen oder ernsten Hungerperioden käme. Was Bestandteil naturkundlicher Überlieferung und exotischer Legenden ist, untermauern wissenschaftliche Untersuchungen unserer Zeit. Tatsächlich ist Spirulina so reich an den lebensnotwendigen Makro- und Mikronährstoffen, dass in der Not das Überleben mit dieser Mikrobe gesichert wäre. Der Eiweißreichtum des kleinen Organismus ist besonders beeindruckend. Athrospira, wie Spirulina auch genannt wird, stärkt und steuert außerdem in besonderem Maße das menschliche Immunsystem. Schauen wir uns das blaue Vitalstoffwunder genauer an.

Spirulina - Gewinnung und Anwendung

Die Mikrobe wird heute größtenteils in Aquakulturen unter Zuführung von CO2, das für ein schnelleres Wachstum sorgt, gezielt gezüchtet. Als Nebeneffekt wandelt sie den zugeführten Kohlenstoff in Sauerstoff um. Das kann man sich sogar bei der Energiegewinnung zu Nutze machen.

Spirulina erscheint je nach PH-Wert seiner Kultur in unterschiedlichen Formen. Experten sind deshalb nicht sicher, ob die zurzeit erkannten 35 verschiedenen Arten der Blaualge nicht in Wahrheit eine einzige Art sind. Bezeichnend bei allen Arten sind mehrzellige Mikrofilamente, die sich wendelförmig biegen. Spirulina platensis ist üblicherweise die Art, die unseren Nahrungsergänzungen als Ausgangsbasis dient und wurde deshalb zum Synonym für Spirulina. In den überwachten Aquakulturen wird garantiert, dass Spirulina keine Verunreinigungen wie die berüchtigten Mycrocystine aufweist. Letztere sind giftige Abbauprodukte von Eiweiß.

Die Mikrobe ist als Pulver oder in Tabletten gepresst als vitalstoffreiche Nahrungsergänzung im Handel. Der blaue Mikroorganismus wird nicht nur zu Nahrungsergänzungsmitteln oder Tierfutter verarbeitet. Die kleine, kraftvolle kann Kohlenstoff in Sauerstoff umwandeln und setzt Fermentationsprozesse in Gang, die bei der alternativen Energiegewinnung eine Rolle spielen.

Spirulina - Inhaltsstoffe und Wirkung

60 - 70 % Protein bringt das blaue Wunder mit und enthält dabei alle essentiellen Aminosäuren. Essentiell bedeutet in diesem Kontext, dass die Eiweißbausteine regelmäßig mit der Ernährung vom menschlichen Organismus aufgenommen werden müssen. Sie können dort nicht gebildet werden. Übrigens ist der Eiweißgehalt besonders beeindruckend, wenn man ihn mit anderen Lebensmitteln vergleicht. Rindfleisch kommt gerade einmal auf 26 % Eiweiß.

Neben den essentiellen Aminosäuren kommen 10 nicht- essentielle dazu. Spirulina weist alle essentiellen Mineralstoffe und Spurenelemente auf. Calcium, Eisen, Magnesium, Kupfer, Jod, Phosphor, Kalium, Zink und Selen machen zusammen allein 5 % der Alge aus.

Alle Vitamine der B-Familie einschließlich B12 weisen auf das wertvolle Vitalstoffprofil der Blaualge hin. Vitamin E ist enthalten. Ebenso Beta-Carotin, das eine Vorstufe von Vitamin A ist. Eher seltene und umso wertvollere Fettsäuren wie die Gamma-Linolensäure (GLS) und Linolensäure sind Bestandteile des blauen Wunders.

Wertvolle Farbstoffe wie Chlorophyll und Phycocyan sind reichlich enthalten. Farbstoffe kommen in der Natur in Pflanzen also sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe und als Pigmente vor. Sie gelten als gesundheitsfördernd für den menschlichen Organismus, worauf wir noch zu sprechen kommen. Es ist das Phycocyan, der der Mikrobe die bläuliche Farbe gibt. Dieser Farbstoff kommt normalerweise nur in echten Algen vor wie etwa in der Rotalge. Gesunde Mehrfachzucker, sogenannte Polysaccharide runden das Vitalstoffprofil der blauen Poweralge ab. Das Nährstoffprofil von Spirulina ist beeindruckend ausgeglichen. Neben den erwähnten 60% Eiweiß punktet die Mikrobe mit einem 20%tigen Anteil an Kohlenhydraten und 4% Fett.

So erscheint die Behauptung, man könne eine Zeit über von Spirulina und Wasser leben, durchaus nachvollziehbar.

Die genannten alten Völker wussten, dass die Blaualge ihren Speiseplan sinnvoll ergänzt und die Nährstoffversorgung des Menschen sichert. Von einer erhöhten Vitalstoffzufuhr profitieren nicht nur kranke oder mangelernährte Menschen, sondern auch jeder gesunde Mensch.

In den überlieferten südamerikanischen und afrikanischen Volksheilkunden galt Spirulina deshalb als ein Mittel, dass bei Schwäche und Müdigkeit neue Energie bilden hilft. Ob Rekonvaleszenz, Müdigkeit oder Infektionen - Spirulina ist das blaue Kraftpaket, das alle mobilisieren kann. Wir leiden heute in unserer Zivilisation seltener unter Mangelernährung, kennen aber das Phänomen "vom Mangel in der Fülle" zur Genüge. Unsere Ernährung mit Fertiggerichten und industriell produzierten Lebensmitteln kann dazu führen, dass wir unverzichtbare Vitalstoffe entbehren. Das macht uns nicht immer sofort krank im medizinischen Sinne.

Ohne bestimmte Vitalstoffe arbeiten unsere körperlichen Funktionen aber auch nicht so, wie sie sollten. Unser Organismus übersäuert.

Mit der Zeit werden wir anfällig für Infektionen. Wir haben Verdauungsbeschwerden und klagen über eine diffuse Erschöpfung. Wir altern zunehmend und vor der Zeit. Wir haben Hautprobleme und sind zu dick. Beginnende Stoffwechselentgleisungen können in ernste Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus einmünden. Herzkreislauf-Beschwerden kommen dazu, Entgiftungsorgane wie die Leber leiden und Zellen entarten.

Spirulina sorgt mit seinem Mineralstoffüberschuss dafür, dass sich die entsprechende Körperbalance von der Übersäuerung in einem basischen Bereich schiebt. Allein diese Tatsache führt bei vielen Anwendern dazu, dass sie die Blaualge als belebend empfinden. Müdigkeit und Erschöpfung sind hier nach Aussage vieler begeisterter Nutzer von Spirulina wie weggeblasen. Haut- und Verdauungsprobleme weichen einem allgemeinen Wohlgefühl. Heilpraktiker und entsprechend naturheilkundlich orientierte Ärzte setzen die Blaualge deshalb auch gern als sanftes Entgiftungs- und Ausleitungsmittel ein. Das moderne Stichwort Detox charakterisiert diese Wirkung des blauen Vitalstoffwunders sehr zutreffend.

Zur Vitalität sollte auch er erwähnte in der Alge enthaltene Pflanzenfarbstoff Chlorophyll beitragen. Chemisch ist Chlorophyll unserem Blutfarbstoff sehr ähnlich. Es gilt daher als blutbildend und förderlich für die Zellatmung.

Spirulina wirkt auf das Immunsystem ein, was im Folgenden ausführlich dargestellt wird.

Spirulina moduliert das Immunsystem

Das menschliche Immunsystem ist extrem komplex. Es benötigt eine spezifische Balance, um einwandfrei seine Aufgaben zu erfüllen. Es muss genug, darf aber nicht zu viel tun.

Eine geschwächte Immunabwehr macht den Menschen anfällig für Infekte und andere Erkrankungen. Ein Immunsystem dagegen, das überreagiert und überschießende Reaktionen zeigt, ist verantwortlich für eine Vielzahl von Autoimmunerkrankungen wie Allergien, Asthma, Rheuma, Lupus und mehr. Die allseits gefürchtete Wund-Sepsis, die noch immer eine der häufigsten Todesursachen ist, steht ebenfalls am Ende einer Immunreaktion, die kein Ende mehr findet und den gesamten Organismus damit zugrunde richten kann. Chronische Entzündungszustände sind Folgen einer entgleisten Immunreaktion. Es sind gerade diese Entzündungen, die im Übrigen heute als ursächlich für viele Zivilisationskrankheiten verantwortlich gemacht werden.

Aus den genannten Gründen reicht es oft nicht, das Immunsystem einfach nur zu stärken. Wirklich ausgezeichnete Wirkungen auf die körperliche Abwehr haben ausschließlich Substanzen, die die beschriebene Balance herstellen helfen. Man spricht von der Immunmodulation. So etwas können etwa adaptogene Pflanzen wie Giseng.

Spirulina kann genau das. Die Alge wirkt einerseits gegen Viren und hemmt Infektionen. Andererseits dämpft die Substanz überschießende Reaktionen zum Beispiel im Kontext von Allergien, indem es bestimmte Botenstoffe wie Histamin hemmt.

Das blaue Paket wirkt immunmodellierend.

Spirulina werden weitere Wirkung nachgesagt, auf die es auch mehr und mehr Hinweise in Studien gibt:

  • Spirulina soll cholesterinsenkend wirken.
  • Spirulina soll Krebs vorbeugen und auch bei vorhandenen Tumoren positive Effekte zeigen.
  • Die Blaualge soll den Blutzucker senken und so bei Diabetes unterstützend eingesetzt werden können.
  • Die Mikroalge soll die Fettverbrennung fördern und so beim Abnehmen helfen.

In der Dosierung sollten Sie Ihre individuelle "Wohlfühltagesdosis" durch eine allmähliche Steigerung der Menge bestimmen. Als reine Erhaltungsdosis für die Gesundheit gilt 400 mg pro Tag. Spirulina kann und sollte über eine längere Zeit angewendet werden. Eine kurmäßige Anwendung ist sehr empfehlenswert. Anfänglich können leichte Kopfschmerzen auf Entgiftungsprozesse hinweisen. Ebenso kann die Haut über Pickel Gifte ausscheiden. Diese Prozesse gehen vorüber.

Spirulina und die Wissenschaft

Es ist wenig überzeugend, sich bei der Beschreibung von Spirulinas wunderbaren Wirkungen nur auf Überlieferungen und Erfahrungswerte zu stützen. Das ist allerdings auch nicht notwendig, weil inzwischen eine Vielzahl von wissenschaftlichen Studien die Erkenntnisse über das blaue Wunder untermauern.

Hier sind einige Beispiele aufgeführt:

Eine antivirale Wirkung bewies eine Studie, die Spirulina im Einsatz gegen das Eppstein-Barr-Virus zeigte. Dieses Virus ist mit den Herpes-Viren verwandt und unter anderem Auslöser des sogenannten Pfeifferschen Drüsenfiebers.

Studie aus dem Jahr 2011 von Y. Y. Kok, W. L. Chu, S. M. Phang SM et al.: Inhibitory activities of microalgal extracts against Epstein-Barr virus DNA release from lymphoblastoid cells.

Hemmende Aktivitäten von Mikrolagen Extrakten gegen die DNA des Eppstein-Barr-Virus aus Lymphzellen. Veröffentlich in J Zhejiang Univ Sci B, Band 12, Nr. 5, Mai 2011, S. 335-345.

In einer anderen Studie zeigte Spirulina seine Fähigkeit, überschießende Immunreaktionen zu dämpfen. Dabei ging es um einen anaphylaktischen Schock, also eine extrem starke allergische Reaktion, die unter Umständen tödlich enden kann.

Studie aus dem Jahr 1997 on Yang H-N, Lee E-H, Kim H-M. Spirulina platensis inhibits anaphylactic reaction. Spirulina Platensis hemmt eine anaphylaktische Reaktion. Veröffentlicht in Life Sciences. 1997;61(13):1237-1244.

Eine ähnliche immunausgleichende Wirkung zeigte Spirulina in einer Studie, die eine allergische Rhinitus - allergischer Schnupfen - zum Gegenstand hatte. Hier ging es vor allem auch darum, wie Spirulina entsprechende Botenstoffe hemmt und steuert, die Immunreaktionen zu stark befeuern können. Die Rede ist von Zytokinen und Interferon.

Studie aus dem Jahr 2005 von Mao TK et al., "Effects of a Spirulina-based dietary supplement on cytokine production from allergic rhinitis patients." Effekte einer Spirulina-basierten Nahrungsergänzung auf die Zytokinin-Produktion bei allergischen Rhinitispatienten. Veröffentlicht in J Med Food. 2005 Spring;8(1):27-30.

Seine entgiftende Wirkung zeigte Spirulina unter anderem bei der Ausleitung von Arsen.

Studie aus dem Jahr 2006 Efficacy of spirulina extract plus zinc in patients of chronic arsenic poisoning: a randomized placebo-controlled study. Wirksamkeit des Spirulina Extraktes plus Zink bei einer chronischen Arsenvergiftung . Veröffentlicht in 2006;44(2):135-41 Misbahuddin M, Islam AZ, Khandker S, Ifthaker-Al-Mahmud, Islam N, Anjumanara.

Seine mobilisierenden und energiefördernden Eigenschaften stellte Spirulina in einigen Studien unter Beweis.

Im Zusammenhang mit Sport ergaben sich Hinweise auf eine Leistungssteigerung durch die Alge.

Studie aus dem Jahr 2102 von Kalafati M et al., "Ergogenic and antioxidant effects of spirulina supplementation in humans. Ergogene und antioxidative Wirkung von Spirulina Supplementationen beim Menschen. Veröffentlicht in Med Sci Sports Exerc. 2010 Jan;42(1):142-51.

Spirulina zeigt nach Schlaganfällen eine belebende und ausgleichende Wirkung, kann sogar positiv auf mögliche Hirnschäden einwirken.

Studie aus dem Jahr 2005 Dietary supplementation with blueberries, spinach, or spirulina reduces ischemic brain damage. Nahrungsergänzung mit Blaubeeren, Spinat oder Spirulina reduziert den Gehirnschaden nach Schlaganfall. Veröffentlicht in 2005 May;193(1):75-84 von Wang Y, Chang CF, Chou J, Chen HL, Deng X, Harvey BK, Cadet JL, Bickford PC.

Spirulina auf den Punkt gebracht

Spirulina bereichert Ihre Ernährung mit einer Fülle von Vitalstoffen. Die Gesundheit kann von ihr sehr profitieren. Die immunmodellierende Wirkung der Mikroalge ist beeindruckend und kommt in der Natur nur selten vor. Spirulina kann gut mit einer weiteren Mikroalge - der Süßwasser Alge Chlorella kombiniert werden. Achten Sie bei der Auswahl entsprechender Spirulina Produkte auf eine entsprechende Qualität und auf die Seriosität des Anbieters.