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MSM (Methylsulfonylmethan) - Wirkung, Anwendung und Studien

Methylsulfonylmethan (MSM): organischer Schwefel als alternatives Heilmittel

Methylsulfonylmethan wird alternativ auch schlicht kurz als "MSM" oder etwas länger als Dimethylsulfon bezeichnet. Die organische Schwefelverbindung wird der Klasse der Sulfone zugeordnet. Eine Unterscheidung muss zum gleichnamigen Lösungsmittel gezogen werden, da dieses noch ein zusätzliches Sauerstoffatom in direkt gebundener Form enthält. In der Medizin beziehungsweise als Nahrungsergänzungsmittel kommt Methylsulfonylmethan zum Einsatz, da der Verbindung positive Wirkungen auf den Körper nachgesagt werden. Vor allem dient es zum Ausgleich eines Mangels an Schwefel und damit zur Behandlung der direkten Symptome, die durch diesen Mangel entstehen können. Im folgenden Artikel wird näher auf die Wirkung von Methylsulfonylmethan sowie die Verarbeitung und Anwendung eingegangen. Sofern wissenschaftliche Ergebnisse vorliegen, werden diese ebenfalls hierfür zu Rate gezogen.

Ursprung und Eigenschaften von Methylsulfonylmethan

Die Verbindung existiert bereits von Natur aus in vielen pflanzlichen und tierischen Organismen. Hier entsteht es durch die natürliche Metabolisierung vom Dimethylsulfoxid. Folglich lässt es sich auch im Labor darstellen und reproduzieren. Eine jeweils besonders hohe Konzentration lässt sich in Kuhmilch mit 3,3 ppm und im Kaffee mit 1,6 ppm finden. Methylsulfonylmethan ist weiterhin Bestandteil der menschlichen Ernährung, da es eben unter anderem über die Milch oder den Kaffee, aber auch über andere Nahrungsmittel zugenommen wird. In seiner Reinform bildet die Verbindung leicht bitterlich schmeckende Kristalle, die zudem farblos und geruchlos sind. Sie lassen sich zudem mäßig gut in Wasser auflösen. Der Siedepunkt der Verbindung siedelt sich bei 238 Grad Celsius an, der Schmelzpunkt bewegt sich in einem Spektrum von 107-110 Grad Celsius. Die natürliche Konsistenz von Methylsulfonylmethan wird in der Chemie als "fest" bezeichnet.

Wirkung von Methylsulfonylmethan in der Praxis

Methylsulfonylmethan nimmt im Körper eine wichtige Rolle ein. Unter anderem ist diese Verbindung dafür verantwortlich, dass im Körper wichtige Aminosäuren produziert werden. Diese wiederum sind für die Produktion von eigenen Proteinen zuständig, welche für den menschlichen Organismus sogar lebenswichtig sind. Weiterhin kommt dem Methylsulfonylmethan damit eine tragende Rolle beim menschlichen Stoffwechsel zu Teil. Weiterhin enthält dieses natürlich Schwefel, zwangsweise wird dem Körper also eine gesunde Menge dieses wichtigen Schwefelproduktes zugeführt, welches dann in weiteren Organen verwendet wird. Zugleich kann das Methylsulfonylmethan mehrere Mangelzustände im Körper ausgleichen, wodurch es durchaus nicht weit hergeholt ist, dass dieses beispielsweise gezielt bei einem Mangel von Cystein eingesetzt wird. Diese schwefelartige Aminosäure ist für den Körper notwendig. Durch verschiedene Erkrankungen, wie beispielsweise Arthrose, kann es aber zu Mangelzuständen kommen, welche sich durch Methylsulfonylmethan gezielt ausgleichen lassen.

Wie so häufig im menschlichen Organismus und Körper, können verschiedene Mangelzustände oder ein schlechter Stoffwechsel zu einer Vielzahl von Erkrankungen oder bis dato undefinierten Symptomen führen. Folglich kann Methylsulfonylmethan nicht nur gezielt gegen ein einziges Symptom oder eine spezielle Krankheit genutzt werden, sondern viel mehr als hilfreiche Ergänzung in der Behandlung verschiedener Krankheiten dienen. Zu berücksichtigen ist bei der Wirkungsweise vom Methylsulfonylmethan immer, dass dieses nicht sofort zu einem positiven Effekt führt. Unter anderem werden dem Methylsulfonylmethan beispielsweise schmerzlindernde Eigenschaften nachgesagt, welche aber nicht in einem Verhältnis zu einer Tablette Aspirin stehen. Viel mehr geht es bei der angedachten Wirkung vom Methylsulfonylmethan um einen langfristigen Effekt, welcher durch eine mittel- bis langfristige Behandlung hervorgerufen wird. Das zeigt sich auch in der Schmerzherapie. Hier wird Methylsulfonylmethan nicht als sofort linderndes Medikament oder alternatives Heilmittel genutzt, sondern um einen klar definierten Mangel auszugleichen, dessen Behandlung dann wiederum langfristig in reduzierten Schmerzen resultiert. Damit ist die Einnahme von Methylsulfonylmethan im Regelfall immer über mehrere Wochen oder gar Monate angelegt. Ansonsten ist es kaum möglich, die tatsächliche Wirkung der Schwefelverbindung sofort auszulösen.

Aus der Wirkungsweise von Methylsulfonylmethan resultierende Anwendungen und Therapien

Die im vorherigen Abschnitt eindeutig erforschte Wirkung auf den Stoffwechsel und den Ausgleich von Mangelzuständen gilt als erwiesen. Aus dieser Wirkung gilt es nun die Anwendungen hervorzuheben. Methylsulfonylmethan lässt sich flexibel anwenden, zudem gilt MSM noch immer nur als teilweise erforscht. Es liegen folglich nicht für alle Anwendungsbeispiele auch wissenschaftliche Ergebnisse vor, die diese untermauern. Liegen sie vor, wurden sie teilweise nicht durch eine zweite oder dritte Instanz reproduziert. Deshalb liegt auch hier eine Situation vor, wie bei vielen alternativen Heilmitteln, wo einige Anwendungen noch nicht klar definiert sind oder die Anwendungen regelmäßig ergänzt werden - teils durch neue Fallbeispiele oder durch spezifische wissenschaftliche Evidenz. Im Folgenden wird auf die bisher bekannten Anwendungsbeispiele und damit verbundene Therapien von Methylsulfonylmethan in der Praxis eingegangen.

Ein besonders wichtiges Anwendungsbeispiel liegt bei einem mangelhaften Stoffwechsel vor. Wird das Methylsulfonylmethan genutzt, um diesen zu stärken und anzuregen, verbessert sich zugleich auch das menschliche Immunsystem, wodurch Krankheiten schneller auskuriert oder sogar präventiv verhindert werden können - beispielsweise typische Alltagskrankheiten wie Grippe oder Erreger, die Durchfall verursachen können. Eine allgemeine Stärkung des Immunsystems ist daher, besonders wenn der Stoffwechsel durch einen Mangel an Schwefel beeinträchtigt ist, immer wünschenswert. Ein weiteres, mindestens ebenso wichtiges Anwendungsbeispiel ergibt sich bei chronischen Schmerzen und besonders bei dauerhaften Glieder- und Gelenkschmerzen. Hier kann die Wirkung vom Methylsulfonylmethan auch durch wissenschaftliche Evidenz gestützt werden, worauf im Abschnitt zu den jeweiligen Studien näher eingegangen wird. Unter anderem bei diagnostizierten Arthritiserkrankungen wird die Schwefelverbindung daher häufig angewandt. Auch andere chronische Schmerzen lassen sich damit behandeln, beispielsweise länger anhaltende Migränezustände oder eine Fibromalyalgie. Sportverletzungen oder Muskelzerrungen werden seltener damit behandelt, da Methylsulfonylmethan meist langfristig wirkt. Denkbar ist ein unterstützender Einsatz aber auch hier. Ein elementarer Vorteil, der sich aus den Studien ergibt, ist die Abstinenz von Nebenwirkungen. Während andere Schmerzmittel, vor allem sehr intensive und hochdosierte Medikamente, nahezu zwangsweise zu Nebenwirkungen führen können, treten diese bei einem Einsatz von MSM nicht auf.

Eine mittelfristige Linderung der Symptome tritt bei einer Behandlung mit Methylsulfonylmethan auch dann auf, wenn diese Verbindung unterstützend gegen Allergien genutzt wird. Vor allem bei Heuschnupfen und damit verbundenen Symptomen, beispielsweise einer laufenden Nase, brennenden Augen oder dem ständigen Niesen, wurden wissenschaftlich akute Verbesserungen festgestellt. Weniger erforscht ist hingegen die Anwendung bei oxidativem Stress. Die Erkenntnis, dass Methylsulfonylmethan durch seine antioxidative Wirkung auch bei diesen Stresszuständen helfen kann, ist bisher wissenschaftlich noch nicht intensiv erforscht. Diese Anwendung könnte in naher Zukunft aber zu einer weiteren Option werden. Festgestellt wurde hingegen die Erweiterung der Blutgefäße bei einer mittel- und langfristigen Behandlung mit Methylsulfonylmethan. Dadurch kann MSM direkt einen positiven Effekt auf die Wundheilung einnehmen und diese begünstigen. Durch die Vergrößerung der Gefäße kommt es durch einer verbesserten Durchblutung, was wiederum den Regenerationsprozess beschleunigt, da sich die aufgerissene oder fehlende Haut schneller nachbildet. In Kombination mit diesem Effekt ist eine Einnahme von Methylsulfonylmethan auch bei einer dauerhaft schlechten Durchblutung denkbar, beispielsweise wenn die Beine oder die Waden nur schlecht durchblutet werden. Die vielseitigen Anwendungsbeispiele, die teils auch durch wissenschaftliche Evidenz gestützt werden, machen Methylsulfonylmethan zu einer guten Alternative, wenn speziell nach einer "leichten" Lösung ohne direkte Nebenwirkungen gesucht wird.

Studien über die Wirkung und Anwendung von Methylsulfonylmethan

Wissenschaftliche Studien existieren sowohl im englisch- als auch deutschsprachigen Raum. Bei einer Recherche lassen sich schnell entsprechende öffentliche Exemplare finden, die sich gezielt mit bestimmten Leiden und der Behandlung mit Methylsulfonylmethan befassen. In der Regel ist die Vorgehensweise bei diesen Studien immer gleich: ein Teil der Probanden bekommt Methylsulfonylmethan verabreicht, während der andere Teil ein Placebo erhält. Die Probanden selber wissen natürlich nicht, was sie verabreicht bekommen haben - so wird ein unerwünschtes Auftreten vom Placebo-Effekt verhindert. Eine Vielzahl der Studien beschäftigt sich mit der Behandlung von Schmerzen, welche spezifisch bei einer diagnostizierten Osteoarthritis auftreten. Eine englischsprachige Dokumentation kann unter anderem hier eingesehen werden: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16309928. Die Ergebnisse umfassen unter anderem die Abstinenz von auftretenden Nebenwirkungen, die Wirkungsweise und die Linderung selber. Zusätzlich wurde erforscht, dass eine Einnahme von Methylsulfonylmethan auch in der Schwangerschaft unbedenklich ist.

Eine weitere Studie erforscht die Wirkung von Methylsulfonylmethan bei einer diagnostizierten Rosazea. Die Studie kam zu dem Schluss, dass das Methylsulfonylmethan entzündungshemmend wirkt und zugleich die auftretenden Symptome einer Allergie lindert. Weiterhin haben die Patienten positiv über einen geringeren negativen Effekt von direkter Sonneneinstrahlung gesprochen. Die ebenfalls englischsprachige Studie kann hier eingesehen werden: http://www.msmguide.com/msm-practitioner/researchpapers/. Eine weitere Studie, erhoben an der Universität Memphis (Tennessee) erforschte die Wirkung von MSM in Verbindung mit der Regeneration nach sportlicher Betätigung. Die Studie fokussierte sich speziell auf Männer. Sie kam zu dem Schluss, dass eine langfristige Einnahme von Methylsulfonylmethan (mindestens 3 Gramm pro Tag) zu einer feststellbaren Linderung typischer Erschöpfungsanzeichen führt, darunter beispielsweise Muskelkater oder eine allgemeine physische Abgeschlagenheit. Weiterhin wirkte das MSM positiv auf die Antioxidantien im Blut. Die Studie ist im Detail hier einzusehen.

Eine aus Südkorea stammende Studie, erhoben am Aging Research Center in Daejeon, forschte indes an der Wirkung und Anwendung von Methylsulfonylmethan in Verbindung mit Tumoren. Speziell drei Zell-Linien, welche mit Lebertumoren in Verbindung stehen, wurden erforscht. Die 2014 erhobene Studie kam zu dem Schluss, dass das Methylsulfonylmethan zu einer Verkleinerung der Tumorgröße führen kann - die exakte Wirkung ist aber von der Dosierung abhängig. Weiterhin wurde ein positiver Effekt auf die Anzahl der Tumore festgestellt, sie verringerten sich folglich. Die Studie impliziert damit, dass das Methylsulfonylmethan auch einen positiven Effekt auf einige oder gar alle Leberkrebstypen haben könnte. Reproduzierbare Ergebnisse mit anderen Tumoren oder anderen Strängen fehlen aber. Die Studie ist hier einzusehen.

Eine besondere Erwähnung mit Hinblick auf wissenschaftliche Evidenz verdient der Professor, Arzt, Chirurg und Forscher Stanley Jacob, welcher an der Oregon Health & Science University forscht und unterrichtet. Dieser veröffentlichte über Methylsulfonylmethan sogar ein komplettes Buch mit dem Titel "MSM: The definitive guide. A comprehensive review of the science and therapeutics of methylsulfonylmethane". Das Buch über Methylsulfonylmethan erschien im Jahr 2003 und gilt als Vorreiter für die späteren Studien. So wurde auch der allgemeinen Öffentlichkeit erstmals die positive Wirkung von Methylsulfonylmethan bei zahlreichen Erkrankungen und teilweise unerklärten Symptomen bekannt. Das Buch wurde vom Co-Autor Jeremy Appleton betreut. Wer sich näher mit Methylsulfonylmethan und der Wirkung sowie Anwendung beschäftigen möchte (und der englischen Sprache mächtig ist), sollte sich zwingend näher mit diesem Buch befassen.

Deutsche Studien existieren ebenfalls, so beispielsweise von Dr. Douwes der Fachklinik für Innere Medizin in St. Georg. Dieser stellte fest, dass 38 Prozent der getesteten Probanden Verbesserungen bei Magen- und Darmproblemen erfahren konnten, während 32 Prozent der Probanden über eine Verbesserung bei Osteoarthritis berichteten. Er legt außerdem nahe, dass Methylsulfonylmethan bei einer Vielzahl von Erkrankungen therapierend und als alternatives Heilmittel eingenommen werden kann. Erforscht wurde auch, dass ein Viertel aller weiblichen Probanden über eine geringere Intensität bei typischen Frauenbeschwerden klagten. Gute Ergebnisse fanden sich ebenso in der Therapie bei chronischen Schmerzen.

Verarbeitung und Darreichung von Methylsulfonylmethan

Methylsulfonylmethan ist als Naturheilmittel in verschiedener Form erhältlich. Die Verarbeitung der Schwefelverbindung sollte auf die jeweilige Therapie beziehungsweise Anwendung abgestimmt werden. Als grobe Übersicht bestehen immer drei Optionen: Methylsulfonylmethan als Tabletten, Kapseln oder als Pulver. Die Darreichung als Pulver hat den Vorteil, dass sich sehr spezifisch dosieren lässt, wie viel Methylsulfonylmethan pro Tag eingenommen wird - bei der Variante als Tablette oder Kapsel ist die Mindestmenge hingegen mindestens auf den Inhalt der jeweiligen Tablette oder Kapsel beschränkt. Nachteilhaft ist bei der Variante als Pulver, dass das Methylsulfonylmethan einen eher bitteren Geschmack hat. Deshalb wird das Pulver in der Regel mit süßen Säften gemischt, beispielsweise einem Orangen- oder Bananensaft. Wer sich der Dosierung bereits sicher ist und von dieser auch nicht abweichen möchte, kann es sich einfacher machen, indem das Methylsulfonylmethan als Tablette oder Kapsel zugeführt wird.

Bei den Kapseln sollte indes berücksichtigt werden, dass diese natürlich weitere Stoffe enthalten müssen, welche sich bei der Kapsel selbst finden. Häufig ist das Rindergelantine. Für Veganer ist diese Lösung daher nicht empfehlenswert. Mitunter existieren am Markt auch Kapseln ohne diese Rindergelantine, die speziell für Veganer geeignet sind. Diese sind im Preis dann aber etwas teurer. Weiterhin können beim Methylsulfonylmethan Unterschiede in der Qualität auftreten - im Fachjargon spricht man vom "Reinheitsgrad". Dieser sollte zwangsweise bei 100 Prozent liegen. Daher ist es beim Kauf von Tabletten und Kapseln immer empfehlenswert, diese von einer renommierten Marke zu beziehen. Alle drei Varianten können in der Regel in einer Apotheke und zum Teil auch in Reformhäusern gekauft werden. Selbstverständlich bieten auch viele Online-Apotheken oder große Versandhäuser diese an. Ein Vergleich der Produkte, sowohl mit Hinblick auf weitere Inhaltsstoffe, den Preis und den Reinheitsgrad, ist vor der Darreichung also empfehlenswert.