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Aprikosenkernöl - Wirkung, Anwendung und Studien

Aprikosenkernöl und die Wirkung

Aprikosenkernöl ist in der Hautpflege eine bekannte Größe. Voller Vitamine und gesunder Fettsäuren macht es die Haut elastisch und versorgt sie mit Feuchtigkeit, hilft bei der Heilung von Wunden und schützt die Zellen vor freien Radikalen.

Sogar vor Krebserkrankungen soll das Aprikosenkernöl schützen können. Entsprechende Studien hierzu sind aber umstritten. Dennoch hat es das Aprikosenkernöl in sich. Wir verraten Ihnen, warum.

Aprikosenkernöl und seine Wirkung

Aprikosenkernöl wird aus den Kernen von süßen und bitteren Aprikosenkernen gewonnen. Genauer gesagt aus der sogenannten Mandel in dem Stein. Diese ist, wie der Name bereits erahnen lässt, mandelförmig und verhältnismäßig ölreich.

Aufgrund der Mischung der verschiedenen Aprikosensorten gibt es auch beim Aprikosenkernöl entscheidende Unterschiede. Die bitteren Formen schmecken leicht bitter und erinnern an Marzipan. Auch hier gibt es also eine Gemeinsamkeit mit den tatsächlichen Mandeln. Daher werden diese Wildformen der Aprikose ebenso wie gezüchtete Sorten mit bitteren, säuerlichem Kern für die Herstellung von Persipan verwendet. Die Sorten mit süßem Kern sind in Aroma und Geschmack deutlich zuckriger und fruchtiger. Sie verleihen dem Aprikosenkernöl eine angenehmere Note und sind daher gerade bei Aprikosenkernöl für die innere Anwendung beliebt.

Dennoch enthalten die bitteren Kerne - ob Wildform oder gezüchtete Sorten - einen höheren Anteil an dem sogenannten Vitamin B17. Der auch als Amygdalin bekannte Vitalstoff ist an sich kein Vitamin, sondern stattdessen eine Verbindung aus zwei an sich schädlichen Substanzen. Als Vitamin B17 kann es im Körper aber zunächst keinen Schaden anrichten. Die Theorie zu dem Amygdalin basiert genau auf dieser Eigenschaft.

Vermeintlich aber nicht durch Studien nachgewiesen, soll das Vitamin B17 bei der Verstoffwechslung durch Krebszellen in seine zwei schädlichen Bestandteile zerfallen. Diese Substanzen sollen die Krebszellen dann von innen heraus zerstören. Diese Vermutung ist in der Theorie absolut nachvollziehbar. In der Praxis gibt es als Nachweise dafür aber bisher nur Beobachtungen. So gibt es in einigen Völkern keine nachweislichen Fälle von Krebserkrankungen - einer der verbindenden Faktoren dieser Völker: Ihre Vitamin B17 reiche Ernährung und teilweise der hohe Konsum von Aprikosenkernöl. Allerdings lässt sich trotz aller Erfahrungswerte kein wissenschaftlicher Beweis für eine derartige Wirkung finden. Zumindest nicht in den Fällen von bereits entstandenen Tumoren. Einen vorbeugenden Effekt kann das Aprikosenkernöl aber durchaus haben.

Anstatt der noch zweifelhaften Wirkung auf Krebszellen können Sie sich auf die folgenden Vorteile aber absolut verlassen: Aprikosenkernöl hilft der Haut auf die Sprünge. Die enthaltenen Vitamine A, E und Vertreter der B-Gruppe sorgen für elastische Haut und eine bessere Feuchtigkeitsversorgung. Zudem halten Sie den Hautschutz hoch und hemmen oder bekämpfen Freie Radikale. Diese schädlichen Stoffe können die Haut und alle anderen Gewebe auf der Zellebene zerstören und greifen die Zellen tagtäglich an. Das führt zum einen zu Schädigungen, zum anderen zu Zellveränderungen und einem deutlichen Elastizitätsverlusts. Das Resultat dieser Einflüsse ist eine frühzeitige Hautalterung, die mit vorzeitiger Faltenbildung, ausgeprägter Trockenheit, schlechterer Wundheilung, Schuppung, Ausdünnung und genereller Empfindlichkeit einhergeht.

Keine schönen Aussichten aber leider für jeden die früher oder später eintretende Realität. Im Idealfall handelt es sich dabei jedoch um eine ganz natürliche Alterserscheinung, die langsam und allmählich auftritt und nicht (allein) durch Stress, Rauchen, Alkohol, einseitige Ernährung, Schlafmangel, zu lange Sonnenbäder oder den Kontakt zu Schadstoffen beschleunigt wird.

Aprikosenkernöl kann sowohl den natürlichen Prozessen als auch den Einflüssen des modernen Lebens Einhalt gebieten und Sie und Ihre Haut vor Ihren schützen. Auch leichte Schäden lassen sich durch die regelmäßige Einnahme von Aprikosenkernöl noch "ausbügeln". Weiteren schädlichen Einflüssen kann aber auf jeden Fall vorgebeugt werden.

Nicht umsonst enthalten so viele Pflegeprodukte einen hohen Anteil von Aprikosenkernöl. Anstatt auf diese zu setzen, können Sie das Aprikosenkernöl aber auch direkt und pur zur Hautpflege anwenden. Doch dazu später mehr.

Das Aprikosenkernöl ist nicht nur zum Einölen von außen ideal, es bietet sich auch zur inneren Anwendung an. Durch das enthaltene Vitamin E, auch als Tocopherol bekannt, und die Linolsäure ist das Aprikosenkernöl eine wertvolle Bereicherung in der Ernährung. Auch hier schützen die antioxidativen Bestandteile die Zellen vor schädlichen Einflüssen. Dazu kann die Fettsäure den Cholesterinspiegel senken. Da die Fettsäuren in dem Aprikosenkernöl hauptsächlich ungesättigt sind, drücken Sie die Blutfettwerte nach unten. Hierdurch enthält das Blut weniger Substanzen, die sich in den Blutgefäßen ablagern und dadurch zu Arteriosklerose führen können. Damit sinkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie hohen Blutdruck und Herzinfarkte. Ganz abgesehen davon können Sie mit dem Aprikosenkernöl und einer ansonsten ausgewogenen und angepassten Ernährung auch Ihr Gewicht effizienter senken.

Hinzu kommt, dass sich die regelmäßige - aber gemäßigte - Einnahme von Aprikosenkernöl durch den hohen Gehalt an Vitamin E auch auf andere Bereiche der Gesundheit auswirken kann. Denn Vitamin E ist nicht nur als Schönheitsvitamin bekannt, sondern auch ein Fruchtbarkeits-Vitalstoff. Tatsächlich lassen sich einige unerfüllte Kinderwünsche auf einen Mangel an Tocopherol zurückführen. Ein Ausgleich der Unterversorgung wirkt sich hingegen positiv auf die Keimdrüsen bei Männern und Frauen aus.

Der Gehalt an den Vitaminen A und verschiedenen B-Gruppen Vitalstoffen eher gering aus, vernachlässigt werden sollten diese aber ebenfalls nicht. Auch Vitamin A ist ein Antioxidans, das Freie Radikale im Schach halten kann. Weiterhin ist der Vitalstoff wichtig für die Sehkraft und die allgemeine Augengesundheit.

B Vitamine sind wiederum entscheidend für das Immunsystem, die Nerven und generelle Belastbarkeit. Besonders in Zeiten großen Stresses sollten Sie daher auf eine ausreichende Versorgung achten. Mit Aprikosenkernöl allein können Sie diese zwar nicht sicherstellen, es hilft aber dennoch dabei, genügend Vitalstoffe aufzunehmen.

Abschließend zurück zu den Fettsäuren. Oleinsäure, Linolsäure, Stearin und Palmitin sind ein wertvoller Beitrag zu einer gesunden Ernährung. Zudem kommen eben diese ungesättigten Fettsäuren auf modernen Speiseplänen oftmals zu kurz. Es sei denn, Sie haben schon mehrmals wöchentlich fettreichen Seefisch aus unbedenklichen Fanggebieten, Samen, Nüsse und kaltgepresste Pflanzenöle auf dem Teller. Wer das von sich nicht behaupten kann, kann durchaus hin und wieder auf das Aprikosenöl verzichten. Eine nette kulinarische Abwechslung ist es aber auch dann.

Doch zurück zur Wirkung der im Aprikosenöl enthaltenen Fettsäuren. Sie halten nicht nur den Cholesterinspiegel niedrig, sondern werden auch für viele andere Prozesse im Organismus benötigt. Hautschutz von innen, Bildung von Hormonen, Isolierung der Nerven, Feuchtigkeitsversorgung und Stoffwechsel sind davon abhängig. Dadurch haben sie einen Einfluss auf Ihre Leistungsfähigkeit, sowohl die körperliche als auch die geistige, den Schutz von Krankheiten und Infektionen, die Wundheilung, die Verdauung und das Wohlbefinden. Vor allem die Darmgesundheit kann von einer regelmäßigen Zufuhr von Aprikosenöl profitieren. Gerade, wenn Sie zu Verdauungsbeschwerden und Entzündungen neigen, sollten Sie dem Aprikosenöl und seinen Wirkungen also eine Chance geben.

Damit das Aprikosenöl seine volle Wirkung entfalten kann, müssen Sie jedoch auf eine hohe Qualität und die richtige Anwendung achten.

Die richtige Auswahl und Anwendung von Aprikosenkernöl

Das Wichtigste vornweg: Aprikosenkernöl ist nicht gleich Aprikosenkernöl. Für das volle Wirkungsspektrum muss das Aprikosenkernöl kalt gepresst und darf nicht raffiniert sein. Der Raffinierungsprozess macht das Aprikosenkernöl zwar haltbarer und verhindert, dass es ranzig wird, er zerstört aber auch Vitamine und wertvolle Pflanzenstoffe.

Achten Sie zudem darauf, dass das Produkt zur angedachten Verwendung passt, rein und hochwertig ist. Aprikosenkernöl für die Hautpflege können Sie allein für die Pflege der Haut - also die äußerliche Anwendung - einsetzen. Aprikosenkernöl in Lebensmittelqualität kann hingegen der inneren und äußerlichen Anwendung dienen. Dafür ist es oftmals aber auch etwas teurer.

In beiden Fällen kommt es auf die richtige Lagerung an. Aprikosenkernöl wird sehr schnell ranzig, ist empfindlich gegen Hitze, Luft und Licht. Bewahren Sie es also dunkel, kühl und luftdicht verschlossen auf. Ideal ist eine Temperatur um die 18 Grad, eine dunkle Flasche oder die Lagerung in einem Schrank. Bevor Sie das Aprikosenkernöl sicher in Ihrer Küche verwahren, machen Sie wenn möglich einen Geruchs- und Geschmackstest.

Frisches, qualitativ hochwertiges Aprikosenkernöl hat eine helle, gelbliche Färbung und geht höchstens sanft in rötliche Töne über. Das Aroma erinnert an Marzipan, ist also bitter-süß und mit einer leicht fruchtigen Note versehen.

Sehen Sie vom Kauf ab, wenn Sie den Geruch als unangenehm empfinden, er ranzig, bitter, sehr säuerlich oder süßlich ist. Auch bei einer dunklen oder trüben Optik heißt es: Finger weg! In diesen Fällen ist das Aprikosenkernöl sehr wahrscheinlich verdorben, verunreinigt oder von minderer Qualität.

Für die innerliche Anwendung nehmen Sie täglich bis zu drei Esslöffel puren, unraffinierten Öls zu sich. Das Aprikosenkernöl passt in Smoothies, zu Süßspeisen, in den Obstsalat, über das Müsli oder in den Joghurt. Der Marzipangeschmack macht es jedoch auch möglich, das Aprikosenkernöl direkt zu löffeln. Zu beachten hierbei ist es, dass Sie das Aprikosenkernöl keinesfalls erhitzen sollten. Aufgrund des niedrigen Rauchpunktes eignet es sich weder zum Kochen, Braten noch Backen. Hierbei entstehen giftige Substanzen, die die positiven Eigenschaften des Öls nicht nur neutralisieren, sondern es zur regelrechten Gesundheitsgefahr werden lassen können.

Für die äußerliche Anwendung gilt das gleiche Prinzip. Erhitzen dürfen Sie das Aprikosenkernöl nicht, es darf aber ruhig als Zusatz ins Badewasser gegeben werden - solange dieses nur lauwarm ist. Dazu können Sie das Aprikosenkernöl direkt als Hautöl verwenden. Um die Aufnahme zu verbessern und die hautstärkenden Effekte noch zu vergrößern, empfiehlt sich zusätzlich eine Massage beim Auftragen. Klopfen, reiben oder massieren Sie das Aprikosenöl ein. Auf diese Weise wirkt es gegen:

  • Trockenheitsfältchen
  • trockene Schuppen
  • rissige Hautareale
  • schlechte heilende Risse, Schnitte und andere Wunden
  • schädigende Einflüsse des Sonnenlichts und Sonnenbrand
  • Altersflecken
  • Schwangerschaftsstreifen und Wachstumsstreifen
  • Narben
  • verhärtete und verdickte Hautbereiche
  • nachlassende Elastizität, beispielsweise im Falle von übermäßigem Stress und Schlafmangel

Sofortige Wunder sollten Sie von dem Aprikosenkernöl aber nicht erwarten. Trotz der reichhaltig vorhandenen, wertvollen Inhaltsstoffe, ist sowohl bei der äußerlichen als auch der inneren Anwendung Geduld gefragt. Das Aprikosenkernöl wirkt zwar schnell, die Wirkung ist aber dennoch nicht sofort sicht- und fühlbar. Geben Sie den Effekten ein paar Wochen Zeit und berücksichtigen Sie, dass eine tägliche Einnahme beziehungsweise zweimal tägliche äußerliche Anwendung von Nöten ist.

Beachten Sie zudem, dass das Aprikosenkernöl zwar regelmäßig aber in Maßen angewendet werden muss. Wie bei allen Lebensmitteln und Medikamenten entscheidet die Dosierung zwischen Nutzen und Nachteil. Das gilt vor allem bei der innerlichen Anwendung. Das Vitamin B17 ist nicht der einzige Grund, aus dem Sie die Aufnahme von Aprikosenkernöl nicht übertreiben sollten. Auch das fettlösliche Vitamin E kann durchaus überdosiert werden und dann unangenehme Nebenwirkungen haben.

Studien rund um das Aprikosenkernöl

Rund um das Aprikosenkernöl gibt es nicht nur Erfahrungsberichte von Nutzern, sondern auch einige wissenschaftliche Studien.

Untersucht wurden beispielsweise die anti-entzündlichen Eigenschaften, die Aprikosenkernöl auf den Darm und den gesamten Organismus hat. (Anti-inflammatory effect of Prunus armeniaca L. (Apricot) extracts ameliorates TNBS-induced ulcerative colitis in rats)

Vor allem die Auswirkung auf Colitis, also Darmentzündungen, wurden hierin beobachtet. Allerdings nur an Ratten.

Ähnlich verhält es sich mit der Vielzahl der anderen Effekte von Aprikosenkernöl. Untersuchungen fanden größtenteils in der Petrischale oder in Tierversuchen statt. Endgültige Beweise und Ergebnisse aus Studien mit menschlichen Probanden stehen also noch aus. Der derzeitige Stand der Wissenschaft bezüglich Aprikosenkernöl lässt aber zahlreiche positive Vermutungen zu.

Fazit zum Aprikosenkernöl

Aprikosenkernöl kann in mäßigen Dosen eine wunderbare Bereicherung für den Speiseplan und die Versorgung mit wichtigen Nährstoffen sein. Zudem sind Duft und Geschmack mehr als angenehm.

Halten Sie aber Maß bei der innerlichen Anwendung, denn das Aprikosenkernöl ist in großen Dosen nicht vollkommen unbedenklich.